Praxis Dr. med Wolfgang Pilz

Die Sportler - Leiste


Bis zu 5 % aller Sportverletzungen betreffen die Leistenregion. Vom Leichtathleten über den Hürdenläufer bis zum Eishockey-Spieler sind fast alle Sportler betroffen.
Bei Fußballspielern steigt diese Zahl auf über 7 % an, was auf die besondere Art der Belastung bei dieser Sportart und den Gegnerkontakt zurückzuführen ist.
Durch das Schießen mit der Fuß-Innenseite, das Reingrätschen und durch das Stabilisieren des Beckens beim Schuss kommt es zu sekundären Veränderungen der Leiste, die bei einsetzenden Schmerzzuständen eine kompetente Behandlung erforderlich machen. Oft entsteht eine Chronifizierung der Beschwerden, sodass die Therapie zu einer echten Herausforderung werden kann.

Sportlerleiste

Bei der ersten Untersuchung des Sportlers sind zunächst unterschiedliche Beeinträchtigungen und Veränderungen in der Leistenregion abzugrenzen, die sich zwar auf die Leiste und den Leistenkanal projizieren, ihren Ursprung aber in benachbarten Strukturen haben.
Hierzu zählen:

  • Muskelfaserrisse oder Zerrungen der Oberschenkel-, Hüftbeuger- oder Bauchmuskulatur,
  • die Zerrung der Adduktoren-Muskulatur mit chronischen Schmerzen an ihren Ansätzen am Schambeinknochen,
  • Ermüdungsbrüche oder Ausrisse von Muskelansätzen im Becken und Hüftbereich,
  • Überlastung, Entzündung oder Knorpelschäden im Hüftgelenk,
  • Nervenreizungen mit Ausstrahlung in die Leiste bei Fehlhaltungen oder Schäden an der Wirbelsäule,
  • Krankhafte Veränderungen im Genitalbereich beim männlichen Athleten,
  • Typische Leistenbrüche (Hernien) mit sicht- oder tastbarem Bruchsack.


Bei Sportlern mit Leistenschmerzen findet sich oft eine weitere Veränderung, die erst in Untersuchungen der letzten Jahre vermehrt Beachtung gefunden hat und nun weitgehend geklärt ist. Besonders in der englischen Literatur hat sich der Begriff der „Sportsmen’s Hernia“ etabliert. Der Begriff einer „weichen Leiste“ kommt den heute vorliegenden Untersuchungsergebnissen am nächsten.

Es handelt sich um eine durch die sportliche Belastung erzeugte Schwächung der Hinterwand des Leistenkanals, der entscheidenden Struktur für die Stabilität der Bauchdecke in dieser Region. Diese Hinterwand besteht aus faserigem Bindegewebe und nicht aus Muskelschichten. Sie kann also nicht durch Muskelaufbau oder ein besonderes Training gestärkt oder stabilisiert werden.

Bedingt durch die besondere Anatomie dieser Region mit dem hier durchtretenden Samenstrang ist vorwiegend der männliche Athlet betroffen.

Ungeachtet einer meist hervorragend entwickelten Bauchmuskulatur entsteht in den muskelfreien Fascienanteilen der Leistenregion eine Gewebeschwäche. Erhöht sich dann - z.B. beim Ballabstoß eines Fußballspielers - durch eine plötzliche und kraftvolle Muskelanspannung der Druck im Innern der Bauchhöhle, kommt es zu einer Vorwölbung der muskelfreien Wandschicht. Über diese Struktur verlaufen Nerven, die nun ebenfalls gedehnt und somit gereizt werden.
Vorwiegend ist der ramus genitalis des nervus genitofemoralis betroffen. Durch seine Dehnung entsteht der für die Sportlerleiste typische und äußerst unangenehme Nervenschmerz, der in den Genitalbereich und sogar bis in den Hoden ausstrahlen kann.
Da bei der Sportler-Leiste nicht der übliche Bruchsack oder die Aufweitung des Leistenkanals zu erwarten ist, gelingt der Nachweis dieser Veränderung selten mit aufwendigen technischen Untersuchungsmethoden wie Sonographie, CT oder Kernspintomographie.
Alleine die genaue Kenntnis der Leisten-Anatomie und die manuelle Untersuchung durch den erfahrenen Leisten-Chirurgen führen zur richtigen Diagnose.

Diagnostik


Der Nachweis einer Sportler-Leiste gelingt nicht durch eine Blick-Diagnostik oder eine „Drei-Minuten-Untersuchung“.
Am Anfang steht eine genaue Anamnese-Erhebung, die eine Beurteilung der sporttypischen Bauchdecken-Belastung mit einschließt. Zunächst müssen die differential-diagnostisch in Betracht kommenden Veränderungen in der Leistenregion abgegrenzt bzw. ausgeschlossen werden.
Die klinische Untersuchung durch einen auf die typischen Veränderungen der Leistenregion von Sportlern spezialisierten Chirurgen steht immer im Vordergrund.
Untersuchungen mit großem technischem Aufwand führen selten zur richtigen Diagnose. So wird beispielsweise eine Kernspintomographie in völlig ruhiger, unbeweglicher Rückenlage durchgeführt.
Die Bauchdecke muss dabei sogar entspannt bleiben, um keine Verwacklungs-Artefakte zu erzeugen. Eine Schwäche mit Vorwölbung der Hinterwand des Leistenkanals kann auf diese Weise also gar nicht nachgewiesen werden. Die Veränderung ist nur „in Aktion“ erkennbar.

Unfallmechanismus


Für die Sportler-Leiste gilt ebenso wie für die Entwicklung des typischen Leistenbruches, dass nicht eine plötzlich einwirkende Gewalt zu der Schädigung führt, sondern dass sich langsam aber sicher eine Gewebeschwäche in der Leisten-Region entwickelt. Einen eigentlichen Unfallmechanismus gibt es also nicht.
Auch für die Entstehung des typischen Leistenbruchs haben die Ursachenforschungen der letzten Jahre einen von Mensch zu Mensch unterschiedlichen Gewebefaktor nachgewiesen, der gerade beim jungen und möglicherweise gut trainierten Patienten zu einer Schwächung und Aufdehnung des Bindegewebes führen kann.
Da oftmals eine heftige Gewalteinwirkung wie Pressen, Husten oder ruckartige Muskelanspannung den Bruch erstmals hervortreten lässt, hat sich bis heute der Begriff eines „Geweberisses“ gehalten. Dies lässt sich aber nach heutigem Kenntnisstand nicht aufrechterhalten.
Der Prozess der Gewebeveränderung verläuft relativ langsam. Erst wenn das Bindegewebe eine kritische Stabilität erreicht hat, kommt es zur plötzlichen Ausstülpung des Bruchsackes. Im besonderen Fall der Sportlerleiste ist diese Bindegewebeschwäche nicht nach Außen sichtbar. Die Vorwölbung der Hinterwand des Leistenkanals wird vom Athleten durch die simultane Nervendehnung als Schmerz wahrgenommen und ist nur für den Untersucher tastbar.

Therapie


Während man sich bis vor Kurzem noch auf entzündungshemmende Maßnahmen wie Antiphlogistica-Gaben , Injektionen, Wärmeanwendungen und längerfristige Sportpausen beschränkte, haben die seit den 90er Jahren durchgeführten Studien (veröffentlicht vorwiegend im „American Journal of Sports Medicine“, dem „European Journal of Medical Research“ und im „Journal of Bone and Joint Surgery“) auf eine effektive und dauerhafte Therapie durch chirurgische Intervention hingewiesen.

Einige auf Leisten-Chirurgie spezialisierte Operateure vermelden Erfolge in der Beseitigung der typischen Beschwerden durch eine offene Freilegung der Leiste mit Verstärkung der geschwächten Hinterwand des Leistenkanals. Bei diesem Eingriff werden die hier gereizten Nerven verlegt bzw. reseziert und die Bindegewebswand durch Naht gestrafft. In der Heilungsphase kann schon sehr früh wieder mit einfachem Training begonnen werden. Der Sportler kann oft nach ein bis zwei Wochen wieder zu seinem Training in vollem Umfang zurückkehren.
Das OP-Verfahren verzichtet bewusst auf die Implantation von Fremdmaterial. Es ist besonders für den jugendlichen Sportler geeignet, dessen Bindegewebe allgemein noch straff ist.

Wir verwenden diese auch Minimal Repair genannte OP-Technik vorwiegend beim jungen Sportler.

Mittlerweile zeigen von verschiedenen Zentren durchgeführte Untersuchungen, dass die minimal invasive OP-Technik ebenfalls gute Ergebnisse liefert:
die laparoskopische Stabilisierung der Leistenhinterwand durch Implantation eines hochwertigen Kunststoffgewebes.

Es handelt sich um die Leisten-Reparation in der so genannten Schlüsselloch-Technik nach der Methode der Transabdominellen Hernioplastik TAPP bzw. der Total extraperitonealen endoskopischen Hernioplastik TEP.

Bei dieser Operationstechnik wird die Leistenregion von Innen angegangen – also von dort, wo die geschwächte Geweberegion direkt und ohne Umwege erreicht werden kann.
Im Vergleich zum Minimal Repair wird auch hier die Verstärkung der sich vorwölbenden Leistenkanal-Hinterwand angestrebt - allerdings nicht mit eigenem Gewebe, sondern mit einem Netzimplantat. Natürlich ist auch diese OP nicht ganz ohne Risiken, die Gefahr einer Schädigung der betroffenen Nervenbahnen oder der Samenstranggebilde, die zum Hoden ziehen, ist aber auf jeden Fall deutlich geringer, da sie nicht direkt im OP-Gebiet liegen; der Samenstrang muss auch nicht ausgelöst oder unterfahren werden.

Besonders schonend ist die von einigen Spezialisten erprobte Methode, die Kunststoffnetze nicht mit Tackern an der inneren Bauchwand zu befestigen sondern das Material sozusagen „aufzukleben“. Besonders bewährt hat sich die Verwendung ultraleichter, mit Titan bedampfter Kunststoffgewebe. Durch ihre hydrophilen Eigenschaften kann oft auch auf den Einsatz von Fibrinkleber verzichtet werden.
Die während der letzten Chirurgenkongresse vorgestellten Untersuchungsergebnisse haben gezeigt, dass diese eingesetzten Materialien eine minimale Fremdkörperreaktion und die geringste Schrumpfungstendenz aufweisen.

Wir verwenden bei dieser Technik ausschließlich ein Ultraleicht-Netz mit Titan-Bedampfung und fixieren immer ohne Metall-Tacker. Bevorzugt wird der reifere Sportler in der Schlüsselloch-Technik versorgt.

Nach heutigem Studienstand lässt sich die Sportlerleiste sowohl durch ein OP-Verfahren mit Schnitt, als auch durch eine Reparatur der Leistenwand von innen in der laproskopischen Technik erfolgreich behandeln.
Beim jüngeren Athleten wird man oft auf das Minimal Repair-Verfahren zurückgreifen, da es ohne Fremdmaterial (Netzimplantat) auskommt. Der etwas ältere Sportler profitiert eher vom laparoskopischen Verfahren.


Doc Pilz Sportlerleiste


Abschließend sollte darauf hingewiesen werden, dass die Entscheidung zur Operation nicht allzu lange aufgeschoben werden darf. In einzelnen Fällen entsteht durch eine lang anhaltende Reizung der Leisten-Nerven ein „Schmerzgedächtnis“, das auch nach erfolgreicher Leistenstabilisierung nur langsam abgebaut werden kann.



Kommentare unserer Sportler-Patienten:


Die meisten unserer Patienten mit der typischen Sportlerleiste sind Fußballspieler, Handballspieler, Hockeyspieler, Hürdenläufer, aber auch Tri-Athleten und Marathon-Läufer gehören dazu.

E-Mail vom 19.Oktober
AW: Zustand nach Leisten-OP am 06. Juli (Laparoskopische OP, TAPP-Methode beidseits)

Hallo Herr Dr. Pilz,
mittlerweile bin ich handballerisch wieder voll im Einsatz.
Im Bereich der Leisten/Adduktoren habe ich derzeit so gut wie keine Beschwerden mehr.

Ich möchte mich bei Ihnen auf diesem Weg für die Unterstützung, Beratung und gute Betreuung bedanken.

Viele Grüße aus Wiesbaden,
G. N.



Unten finden Sie Auszüge von Inhalten des Feedback-Formulars.
Gesendet von (J.B) am Montag, dem 5 Oktober um 09:38:59 Uhr
(Offene OP-Technik am 07.September)

name: B. J.
Ort: Mannheim

message:
Sehr geehrtes Team und Dr.Pilz,
seid der leisten-OP geht es mir sehr gut und ich habe meinen ersten Lauf von 15km geschafft und es hält! Alles ohne schmerzen! Nochmals vielen Dank
Viele Grüße Jens B.



Nachricht vom 2.Mai:
Hallo Herr Dr. Pilz,

am 14. Februar wurde ich von Ihnen an meiner Sportlerleiste operiert. Ca. 4 Wochen nach der OP begann ich mit leichten Laufeinheiten. Nach ca. 6 Wochen habe ich schon komplett das Mannschaftstraining mitmachen können - und dass ohne jegliche Schmerzen!!
Nun sind es ca. 3 Monate her und ich bin wieder seit Wochen eine gefestigte Größe in der Mannschaft. Ich habe keinerlei Probleme mehr und bin sehr froh einen Arzt wie Sie gefunden zu haben! Ich habe vorher viele Arztbesuche hinter mir gehabt und wurde immer wieder hingehalten. Sie waren der kompetenteste Arzt mit der richtigen Diagnose. Ich danke Ihnen sehr für diese gute Arbeit.
:-)

Mit besten Grüßen Josef G.


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